Gichin Funakoshi: Begründer des heutigen Karate

Stacks Image 331
Anfang des 19. Jahrhunderts hinterließ Gichin Funakoshi, ein junger Meister des Te, mit einer Vorführung seiner Karatekünste bei den örtlichen Verwaltungsbehörden einen derart großen Eindruck, dass diese Te ab 1902 zum Schulsport erklärten. Karate galt bereits damals als der Konzentration und der körperlichen Verfassung der Schüler förderlich.

Der Aspekt der Selbstverteidigung stand erstmals im Hintergrund und der Grundstein für die Entwicklung des Karate in Richtung Breitensport war gelegt.

Gichin Funakoshi erreichte schnell eine hohe Popularität und nachdem er 1917 zum ersten Mal in Japan im Auftrag der Regierung seine Kampfkunst demonstrieren durfte, war dem Aufschwung des Karate keine Grenzen mehr gesetzt.

Nach einer Karatevorführung im Jahre 1922 auf Okinawa wurde Funakoshi auf Wunsch des damaligen Kronprinzen Hiroto nach Japan eingeladen um dort Karate vorzustellen. Auf vielfachen Wunsch blieb er nach seiner Vorführung in Japan und bereiste das ganze Land, um Vorträge zu halten und Vorführungen zu geben.
Zusätzlich zu der bislang vorherrschenden Übungsform des Karate in Form von Katas entwickelte Funakoshi in den 30er Jahren das Partnertraining, Gohon Kumite, Kihon Ippon Kumite, Jyu Ippon Kumite und den Freikampf. Die bis heute in der täglichen Karatepraxis geltende Dreiteilung des Trainings in Kihon, Kumite und Kata resultiert aus dieser Zeit. Ihrem Meister Funakoshi zu Ehren bauten seine Schüler ein Dojo, dass sie Shotokan (= die Halle des Shoto) nannten. Dies war von nun an die offizielle Bezeichnung für seine Stilrichtung. Kurz nach dem Krieg im Jahr 1949 kam es zur Gründung der JKA (Japan Karate Association) und damit der organisatorischen Zusammenfassung aller Anhänger Funakoshis, die Shotokan Karate praktizierten.